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Die angebotenen Lernprogramme sollen nicht nur Wissen
vermitteln und die Sensibilität der Adressaten für die anhaltende
Aktualität von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit
schärfen, sondern zugleich ihre Kompetenz im Umgang
mit jeglichen Erscheinungsformen von Intoleranz und
Ausgrenzung stärken.
Zu diesem Zweck werden Zugänge und Methoden erprobt,
die - über die Vermittlung historischen Wissens zum
Holocaust hinaus - auf eine selbständige, problemorientierte
und gegenwartsbezogene Beschäftigung mit den genannten
Themen abzielen. Den Adressaten soll damit die Möglichkeit
eröffnet werden, gewonnene Erkenntnisse in aktives
Handeln umzusetzen und in die eigene pädagogische Praxis
zu integrieren.
Ein besonders geeignetes Mittel dazu ist der Anti-Bias-
Ansatz, der aus dem Bereich der antirassistischen Bildungsarbeit
kommt. ,Bias' bedeutet ,Voreingenommenheit', aber
auch ,Diskriminierung'. Dem Ansatz liegt die Annahme zu
Grunde, dass die Diskriminierung nicht ausschließlich auf
Vorurteilen Einzelner beruht, sondern vielmehr gesellschaftlich
verankerte Bilder, Werturteile und Diskurse reproduziert.
Ziel des Anti-Bias-Ansatzes in diesem Projekt ist es, diese
verschiedenen Dimensionen der Voreingenommenheit und
Diskriminierung in ihrer alltäglichen Relevanz erkennbar zu
machen und zugleich zur Veränderung individueller Einstellungen
und Handlungsoptionen zu ermutigen.
Die Methoden des Anti-Bias-Ansatzes sind selbsterfahrungsorientiert
und machen emotional begreifbar, wie Diskriminierung
auf der individuellen und gesellschaftlichen Ebene
funktioniert. In einem Gruppenprozess, der an den Erfahrungen
der Teilenehmenden anknüpft, entwickeln die Adressaten
alternative Betrachtungsweisen, die es ihnen ermöglichen,
nicht-diskriminierende Kommunikations-, Interaktions-
und Handlungsformen für ihr jeweiliges Praxisfeld zu
entwerfen.
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