Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege und die soziale Dachorganisation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Ein wichtiges Anliegen der ZWST ist die präventive Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Das Projekt "Perspektivwechsel – Bildungsinitiativen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit" wird im Rahmen vom Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“ sowie durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit gefördert und in Trägerschaft der ZWST in Thüringen durchgeführt.
„Wir sehen unser Projekt in erster Linie als ein Angebot zur Selbstreflexion im Hinblick auf die eigene Positionierung und Rolle innerhalb der Gesellschaft. Wir möchten Bewusstsein über Vorurteile und Diskriminierung erzeugen, um diskriminierende Situationen im Alltag wahrnehmen und deuten zu können und Handlungssicherheit zu erlangen.“ (Projektteam)

Das Modellprojekt beruht auf der Erkenntnis, dass der Ansatz der historisch-politischen Bildungsarbeit im Sinne des geschichtlichen Lernens alleine nicht ausreicht, um aktuellen sozialen Phänomenen wie dem zunehmenden Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und der Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts nachhaltig entgegenzuwirken. Angesichts der kulturell vielfältigen gesellschaftlichen Wirklichkeit in Deutschland bedarf es der Entwicklung anschlussfähiger Bildungs- und Beratungskonzepte, die — zusätzlich zu der historisch ausgerichteten Wissensvermittlung — Handlungsmöglichkeiten ihrer Adressaten_innen fördern.

Seit 2007 ermöglicht das Projekt Fort- und Weiterbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte im Bereich der gesellschaftspolitisch orientierten Bildungs- und Sozialarbeit und unterstützt Lehrer_innen, Erzieher_innen, Sozialarbeiter_innen, Sozialpädagogen_innen sowie Mitarbeiter_innen der öffentlichen Verwaltung in ihrem Handeln gegen Vorurteile und Diskriminierung. Im Rahmen von Fortbildungen, Trainingsprogrammen, Supervisionen und Fachveranstaltungen will das Projekt dazu beitragen, Kompetenzbereiche von Multiplikatoren_innen im Bereich der Antidiskriminierungsarbeit zu erweitern und zu vertiefen.